18. September 2026
Wir schrieben das Jahr 1971, als wir uns begegneten, Jim Rakete und ich. Anlass für eine windige PR-Aktion meiner Plattenfirma in der Berliner U-Bahn. Jim fotografierte für eine Berliner Zeitung, ich hielt meine erste Goldene in seine Kamera. Es sollte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Jim wurde ein weit über die Grenzen unseres Landes hinaus berühmter Fotograf, ich ein rechtschaffener Liedermacher. Immer wieder haben sich unsere Lebenswege gekreuzt, und immer hat Jim die schönsten, kunstvollen Bilder für meine Alben gemacht. Nun sind wir beide ergraut, unser letztes Shooting war beim Haus an der Ampel. Neulich hatte ich Lust auf das gute Gefühl, in Jims vertrautes Objektiv zu blicken, ich wollte es nochmal wissen und rief ihn an. „Gibt es einen Anlass?“ „Nein, nur Lust, Dich zu treffen.“ „Gut, dann auf einen Espresso in der Paris Bar.“ Das war der legendäre Sehnsuchtsort, an dem Hannes, Klaus und ich uns trafen, nach dem Steve-Club, dem Ça ira oder dem Go In, wenn es galt, eine Wochenend-Gage lustvoll auf den Kopp zu hauen. Es ist noch immer der einzigartige, vertraute, magische Raum. Jim hat ihn und uns eingefangen.
Fotos © Jim Rakete, das Foto von ihm und mir ist von Victorias Handy