24. September 2026
Jahre, Monate, Wochen in der Dichterstube, am Schreibtisch, am Bildschirm, vor dem Mikrofon, die Gitarre auf den Knien, im Tonstudio, am Mischpult. Tagelang in Bergen von Fotoalben in Hunderten von Bildern nach Bildern zu den Liedzeilen suchen, auswählen, verwerfen und neu anordnen, die Zeilen Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe mit dem Gesungenen abgleichen, wieder und wieder lesen, um diesen einen letzten versteckten Fehler zu finden mit dem Wissen, dass es immer einen geben wird, den alle übersehen haben, und der sich wie ein Spitzbube erst im fertigen Album zeigen wird. Mit dem Album einschlafen und mit dem Album aufwachen. Tag für Tag, Woche für Woche. Alles ist gut, endlich, «rien ne va plus». Und dann kommt der Augenblick, die Lieder freizulassen, zu sehen, wie sie davonfliegen, wie ein Luftballon, wenn man die Hand öffnet. Dieser Augenblick ist jetzt, Glück auf, Schatzhauser!
Fotos © Hella Mey